Durch Potsdam und Berlin

So ganz optimal war der Platz für mein Zelt dann wohl doch nicht gewählt…

So ganz optimal war der Platz für mein Zelt dann wohl gestern Abend doch nicht gewählt. Die Bahntrasse war nur ~300 Meter weit entfernt und die Züge nervten nachts doch ganz schön. Und scheinbar gab es in der Nahe auch eine gut befahrene Autobahn, – die die Lücken füllte. Jedenfalls war ich dann schon vor 6 Uhr wach und weil es mit der heutigen Strecke reichlich Unwägbarkeiten gab, machte ich mich dann auch langsam fertig. Draußen vor dem Zelt war auf dem knietiefen Gras noch reichlich Reif und die Spinnweben darin sahen besonders gut aus.
Mein erstes Ziel für heute war die Glienicker Brücke. Sowohl meine Tourplanung als auch der R1 gehen dort hinüber. Meinen vorbereiteten Track hatte ich ja gestern verlassen und heute fand ich ihn leider auch nicht wieder, der half mir also nicht mehr weiter. Auch die Ausschilderung des R1 war gewohnt schlecht und so musste ich mich dann durch Potsdam von meinem Navi routen lassen. Vor Potsdam kam ich an der Havel am Hintereingang eines Campingplatzes (Campingplatz Sanssouci) vorbei. Der R1 schien dort mittendurch zu gehen. Aber es gab auch einen Trail am Platz vorbei und das erschien mir sicherer. An der Glienicker Brücke machte ich ein paar Fotos und fuhr weiter. Als nächstes wollte ich mich gern mit Veilrywkkolrywlryw treffen. Ab meinem Zelt waren es gestern Abend noch 65,83km Luftlinie bis zu seiner Schule in Rüdersdorf und 68km Luftlinie bis zu ihm nach Hause. Aber bis zur Glienicker Brücke standen auch ’nur‘ 22,7km Luftlinie auf dem Navi, tatsächlich musste ich dann 34 Kilometer fahren. Da Veilrywkkolrywlryw aber nur bis 14:30 Uhr an der Schule zu tun hatte, war ich mir noch nicht ganz sicher, wohin ich fahren sollte. Ab der Glienicker Brücke wollte ich aber erst ein Stück auf dem R1 bleiben.
Ich fuhr erst noch etwas entlang der Seen, durch Wannsee und dann auch noch einige Kilometer an der Avos entlang. Diese Richtung wurde mir dann aber zu ‚ineffektiv‘. Also nahm ich die nächste Abbiegung unter Avos hindurch in den Grünewald und fuhr an der Krummen Lanke vorbei in Richtung Zehlendorf, durch Steglitz, Lichterfelde, Mariendorf, Britz, Schöneweide, Köpenick und vorbei an Friedrichshagen aus Berlin heraus nach Rüdersdorf.
Irgendwann (schon an der Avos) hatte ich zulange kein R1-Schild mehr gesehen und dann versucht mich durch mein Navi zu Veikkos Schule routen zu lassen. Mit der Option ‚Entlang der Straßen‘ schaffte es das gute Stück aber wegen der Datenfülle nicht und so ließ ich mir nur die Luftlinie anzeigen. Allerdings verliefen die Straßen selten in die selbe Richtung, meistens war meine Luftlinie eher die Diagonale. Außerdem sind gerade in Berlin auch viele Nebenstraßen nur mit rundem Kopfsteinplaster befestigt, sodass ich immer etwas abwägen musste. Zwischendurch musste ich dann auch mal von einem Kanal (Teltowkanal/Kaiser-Wilhelm-Straße) zur Straße ein paar Stufen hoch und dabei riss mein Hänger aus der Halterung. Das war allerdings ein mir bekanntes Problem. Mit Treppe kommt die Konstruktion nicht klar. Zum Glück passierte aber nichts weiter und der Hänger ging relativ leicht wieder dran. An ersten Tag war das schonmal beim Versuch das Gefährt rückwärts zu schieben passiert, aber sonst hatte die Konstruktion sich gut bewährt.
In Berlin hätte ich dann noch ein interessantes Schlüsselerlebnis. Auf einer breiten Allee gab für die Fahrräder einen separaten Streifen, der von der eigentlichen Straße mit einen schmalen Grünstreifen, auf dem auch Pappeln standen, abgetrennt war. Der separate Seitenstreifen war so breit, das die eine Hälfte als Radtrasse ausgeschildert war und rechts auch geparkt werden durfte. Jedenfalls fuhr ich dort mit circa 20 km/h entlang, als plötzlich unmittelbar vor mir ein schwarzer Sprinter zwischen zwei Bäumen auftauchte und sich ganz gemächlich mit 5 km/h auf die Radtrasse schob. Ich hatte zu tun, alle Anker auszuwerfen, um ihm nicht in die Seite ‚zu heizen‘. Den Sprinterfahrer mit seinen dunkel getönten Scheiben beeindruckte das nicht, wahrscheinlich sah er es auch gar nicht. 8O Er fuhr jedenfalls ganz gemächlich, mit weiterhin höchstens 5 km/h, weiter vor mir her. Ich nur wenige Zentimeter (halber Tacho!) hinter ihm. Plötzlich hielt er dann auch noch gänzlich an. :oops: Ich dachte ich werde nicht mehr… :evil: Jedenfalls habe ich erst mal eine Weile hinter ihm herum-gestikuliert. Einfach so vorbei fahren konnte ich ja auch nicht, dafür war auf keiner Seite genug Platz auf der Straße. Um dann doch noch an ihm vorbei zu kommen, musste ich mein Bike samt Nachläufer auf den Grünstreifen heben. Als ich an seiner (offenen) Seitenscheibe vorbei kam, maulte ich ihn auch gleich an, von wegen ‚… erst nimmst Du mir die Vorfahrt, dass ich dir fast in deine Karre geheizt wäre und nun hältst Du hier auch noch vor mir an…‘ darauf er ganz ruhig ‚Oops, da habe ich dich wohl übersehen, – wollte ich nicht, – ich will hier nur parken..‘ – ich war total baff – Er hatte Schuld und entschuldigt sich (dennoch) bei mir, statt mich anzumachen. Und dann fiel es mir wieder ein, ich war nicht mehr im Ruhrgebiet, – ich war in Berlin. :)
Dann wollte ich in Berlin ja ganz gern eine (Berliner) Currywurst essen, aber so richtig fand ich keine (DrivIn-)Bude an der ich halten konnte. Als ich dann eine Bude fand, verzichtete ich nach kurzen zugucken dankend. Der lrywrkelrywlryw steckte dann nämlich die kalte Wurst in ein Frittensieb und das wollte er scheinbar in das heiße Frittenfett hängen. – Okay, so eine Wurst wollte ich dann doch nicht… :roll:
Zwischendurch versuchte ich immer wieder das Navi zu überreden, die Strecke zu routen, aber erst kurz vor Rüdersdorf kam es dann wirklich klar…
An der Schule war ich dann dennoch etwas zu zeitig. Also wartete ich erst auf dem Pausenhof und holte mir zwischendurch einen Kaffee beim nahen Bäcker.
Als Veilrywkkolrywlryw ‚Schluss‘ hatte, fuhren wir gemeinsam zu ihm nach Hause. Dort konnte ich dann endlich mal wieder richtig duschen. Nachher fuhren wir noch zum Straussee, dort hatte Veilrywkkolrywlryw Training mit seinem Drachenbootverein.

Autor: Uwe

Uwe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Linux und Webdesign, seit 2006 benutzt er WordPress zum schreiben eines 'Tagebuchs'. Tätig ist Uwe als Webmaster und Netzwerkadministrator, er arbeitet und lebt seit 2001 in Oberhausen. In seiner Freizeit ist er viel mit dem Mountainbike und dem Fotoapparat unterwegs.

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